Jungpferdeseminar mit Stefan Ostiadal im Oktober 2013 in Neuschoo

Das gut geheizte Reiterstübchen von Nina und Sascha Sadtler in Neuschoo war bereits am späten Freitagnachmittag mit sehr vielen Interessierten gefüllt, die den ersten theoretischen Ausführungen von Stefan Ostiadal aufmerksam folgten.

Er verstand es, seine fachliche Kompetenz und die vielschichtigen Erlebnisse mit seiner Methodik, Jungpferde auszubilden, verständlich und anschaulich zu präsentieren. Dabei erhob Stefan niemals den Anspruch, dass dies nun „der Weisheit letzter Spruch“ sei – ganz im Gegenteil: Jeder bereitet seinen eigenen Kartoffelsalat zu und kommt dabei meistens zu einem recht schmackhaften Ergebnis – und diese Freiheiten sieht er auch bei der Wahl der Zutaten für eine Jungpferdeausbildung - es gibt viele Wege, die zum Ziel führen. Stefan machte deutlich, dass er sich auch immer wieder für die Meinungen anderer interessiert.

In methodisch nachahmenswerter Weise schaffte Stefan es, uns (nach in der Regel arbeitsreicher Woche) auch zu später Stunde noch zum Zuhören, Nachfragen und Diskutieren zu animieren. Aufgelockert durch kurze, prägnante Videoaufnahmen der eigenen Arbeit führte er uns durch seine klar strukturierte Präsentation, die Lust auf mehr am folgenden Samstag machte.

Zunächst wurden wir jedoch mit einem liebevoll und vielseitig gestalteten Frühstücksbuffet von Nina und Sascha begrüßt, bevor es theoretisch weiterging. Im Anschluss stellten uns mehrere Teilnehmer ihre Pferde im Alter von 1,5 – 5 Jahren an der Hand bzw. unter dem Sattel vor. Jetzt wurden unsere Augen geschult: Gespannt versuchten wir, die Schilderungen der Vorführer und die Beobachtungen von Stefan mit unserer eigenen Wahrnehmung zu verknüpfen. Geduldig stellte Stefan sich unseren Fragen, wobei er nicht zur Grundthematik gehörende Dinge gekonnt zum Vorteil aller an den Rand stellte – wäre bei der Vielzahl der anwesenden Trainer, die dieses Seminar auch zur Lizenzverlängerung nutzten, manche Diskussion sonst ins Uferlose gegangen ;-)

Viele zuvor und auch im Anschluss an die Praxis besprochenen Dinge konnten bei der Präsentation in der Halle noch einmal vertieft werden und gaben Stefan auch die Gelegenheit, seine Kenntnisse am für ihn fremden Pferd eindrucksvoll zu demonstrieren.

Wichtig für mich war am Ende, dass Stefan ganz in meinem Sinne den Pferden Zeit genug gibt, um eine Basisgrundlage zu schaffen, auf die man beim ersten Reiten erfolgreich zurückgreifen kann. Auch beim Kapitel „Anreiten“ wird immer wieder berücksichtigt, dass ein Pferd seine Zeit braucht – die Geduld an dieser Stelle zahlt sich langfristig aus. Dass es dazu auch andere Ansichten gibt, ist bekannt – es bleibt eben jedem selbst überlassen, wie er „seinen Kartoffelsalat“ zubereitet.

Ebenso wichtig sind die Gedanken an Sicherheit für Mensch und Tier - begonnen beim Auftritt des Ausbilders bis hin zu äußeren Bedingungen und dem Equipment sowie viele andere Aspekte, über die wir informiert wurden.

Ich habe sehr viele Anregungen aus dem Jungpferdeseminar von Stefan Ostiadal mitgenommen und freue mich auf meinen Plan für die Ausbildung meiner beiden Jungpferde – mal seh’n, was das für ein Kartoffelsalat wird ;-) 

Waltraud Giere

Bilder in der Galerie.